CVO 2007
Schweizer Unternehmen:
Full-Service-Leasing und umweltschonende Fahrzeuge im Trend
Rund 120 Kunden, Partner und Mitarbeitende von ARVAL besuchten am Dienstag, 12. Juni 2007, die dritte Präsentation des Corporate Vehicle Observatory (CVO) im Zürich Marriott Hotel. Der CVO ist eine internationale Studie, welche das Marktforschungsinstitut TNS jedes Jahr bei kleinen mittleren und grossen Unternehmen in acht europäischen Ländern durchführt, im 2007 in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Portugal, Tschechien und in der Schweiz. Insgesamt befragte TNS 3'500 Unternehmen zu ihrem Fuhrpark- und Flotten-Management.
Zum Auftakt der CVO-Konferenz – nach der Begrüssung von Stephan Beck, Managing Director von ARVAL (Schweiz) AG – wurde der Blick jedoch über Europa hinaus geworfen. Urs Schoettli, NZZ-Korrespondent in Japan und China, faszinierte das Publikum mit seinen profunden Kenntnissen zu Wirtschaftsboom und Verkehrsentwicklung in China. Und Schoettli sparte nicht mit pointierten Beispielen: „Wenn in China schon die Putzfrauen mit dem Autofahren beginnen, wird es eng in der Welt." Man rechne damit, dass es bis in zehn Jahren in China rund 200 bis 250 Millionen Autos geben werde. Diese Entwicklung sei möglich geworden, weil immer mehr Chinesen über die nötige Finanzkraft verfügten, so Schoettli. Bereits letztes Jahr hat China Japan als die zweitgrösste Automobilmacht der Welt abgelöst und verbraucht heute die Hälfte der weltweiten Stahlproduktion. Dabei agiert die chinesische Autoproduktion vorerst im Tiefstpreissektor. Um den gewaltigen Energiebedarf der 1,3 Milliarden Chinesen zu decken, müssen laut Schoettli bis zu 40% des Energiebedarfs importiert werden. Das Fazit des China-Kenners: „In den nächsten 20 Jahren ist keine Selbstbeschränkung des Konsums in China zu erwarten. Zu lange hat die Bevölkerung darauf gewartet, endlich an Konsum und Wohlstand der westlichen Welt teilzuhaben. Der horrenden Umweltbelastung kann deshalb mit umweltfreundlicher Technologie begegnet werden. So steigt beispielsweise die japanische Automobil-Industrie gross in China mit Hybrid-Modellen ein.
Tschechien im Umweltschutz führend
Oliver Paul vom TNS-Marktforschungsinstitut in München präsentierte die CVO-Resultate 2007: Die Flotten-Manager und Fahrzeug-Verantwortlichen in den Schweizer Unternehmen zeigen sich im Jahr 2007 besonders sensibilisiert, wenn es um den Umwelt- und Klimaschutz geht: 84 Prozent sorgen sich um die Abgas-Emissionen, 77 Prozent um die Erschöpfung der Erdölreserven. Mit diesen Werten steht die Schweiz recht gut da: Einzig in Tschechien und in Deutschland zeigen sich die Flotten-Manager für Fragen des Umweltschutzes noch eine Spur sensibler. Werden die Werte der „starken Betroffenheit“ verglichen, fühlen sich in Tschechien die Flotten-Manager besonders verantwortlich für Abgas-Emissionen (69 Prozent) und Erdölreserven (92 Prozent). Tschechien ist auch für eine sehr aktive Klimapolitik bekannt. Es hat als eines der ersten Industrieländer das Kyoto-Protokoll unterzeichnet und fördert mit Anreizen und Vorschriften umweltschonende Fahrzeuge. In der Schweiz geben nur rund 40 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie sich von Abgas-Emissionen und Erdölreserven sehr betroffen fühlen. In Polen machen sich gerademal 8 respektive 3 Prozent der Firmen diesbezüglich grosse Sorgen.
Full-Service-Leasing im Vormarsch
Der Umweltschutz wird noch an Bedeutung gewinnen: 58 Prozent der befragten Schweizer Unternehmen planen in den nächsten zwei Jahren eine Umstellung auf Fahrzeuge mit geringerem Treibstoffverbrauch. Und 48 Prozent wollen in umweltfreundlichere Fahrzeuge investieren – beispielsweise in Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb. Attraktivere Preise, ein besseres Tankstellennetz, ein grösseres Angebot ausgerüsteter Fahrzeuge und staatliche Beihilfen werden von den Flotten-Manager als mögliche Anreize für eine Umstellung auf umweltschonende Fahrzeuge genannt. Weniger attraktiv erscheinen jedoch eine generelle Reduktion der Autofahrten (10 Prozent) oder die Umstellung auf den öffentlichen Verkehr (7 Prozent). Im Gegenteil: Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen planen in den nächsten drei Jahren einen Ausbau ihrer Fahrzeugflotte. Und dabei setzen die Schweizer Unternehmen zunehmend aufs Full-Service-Leasing, nämlich bereits 13 Prozent, was gegenüber 2006 eine deutliche Steigerung bedeutet. Dabei fällt auf, dass Grossunternehmen die im Full-Service-Leasing angebotenen Serviceleistungen (Wartung/Reparatur, 24h-Pannen-Abschleppdienst, Reifen, Ersatzfahrzeug, Versicherung, Schadenmanagement, Tankkartenmanagement, Internet-Reporting) durchs Band stärker nutzen als die kleinen und mittleren Unternehmen. Für 17 Prozent der Unternehmen bilden die gesamten Betriebskosten das wichtigste Kriterium bei der Fahrzeugwahl, für 15 Prozent ist es der Kaufpreis. In den meisten Fällen, insbesondere auch bei kleinen Fahrzeugflotten, ist aber das Full-Service-Leasing für eine Firma unter dem Strich auch günstiger als das einfache Finanzleasing oder als der Kauf der Fahrzeuge. Das zeigen Berechnungen von ARVAL, einem führenden europäischen Spezialisten für Full-Service-Leasing und Flotten-Management.
Podiumsdiskussion zu den Studienergebnissen
In einem Panel-Gespräch – moderiert von Stefan Regez, Kommunikationsberater bei Zenhäusern & Partner AG – diskutierten Stephan Beck, Oliver Paul, Urs Schoettli und René Kunz, Logistik-Manager der Alpine Energie AG in Oftringen und Belp, die Trends in Sachen Full-Service-Leasing und umweltschonenden Fahrzeugen. Dabei wurde die erfreuliche Entwicklung im Full-Service-Leasing analysiert und eine Verschiebung von der "Fahrer-Sicherheit" hin zu "Umweltschutz" festgestellt. Mittels TED-System konnten sich die Gäste aktiv in die Präsentation einschalten und diverse Fragen in der CVO-Studie selber beantworten. Nach der CVO Präsentation erwartete die Gäste ein reichhaltiges Buffet, das dazu einlud, die Studienergebnisse noch untereinander zu diskutieren und mit den eigenen Erfahrungen und Meinungen anzureichern.


