Diesel - Konzepte und Lösungen

Unser White Paper

Derzeit verfügen mehr als 50 % der in Europa zugelassenen Pkws und leichten Nutzfahrzeuge über Dieselmotoren. Im Flottensegment beläuft sich dieser Anteil sogar auf zwei Drittel.

In der jüngsten Zeit haben die Skandale in Zusammenhang mit dem Einbau von Abschalteinrichtungen (den sog. Defeat Devices) das Vertrauen der Verbraucher erschüttert. Dies sowie die Befürchtung, dass bestimmte Grossstädte Zufahrtsbeschränkungen verhängen könnten, haben zu einer wachsenden Unsicherheit im Hinblick auf die Zukunft des Diesels auf den europäischen Märkten geführt. Diese Entwicklung hat Arval zum Anlass genommen, um ein White Paper zum Thema Diesel zu veröffentlichen.

Als herstellerunabhängiger Multi-Brand-Leasinganbieter von Fahrzeugflotten in Europa verfolgt Arval alle Trends und Expertenmeinungen zu Fahrzeugtechnologien und zur Fahrzeugverwendung. Dabei unterstützt und berät Arval seine Kunden und Fahrer fachkundig bei der Auswahl eines neuen Fahrzeugs. Angesichts der Fragen und Probleme, die in letzter Zeit in Zusammenhang mit Verbrennungsmotoren im Allgemeinen und dem Diesel im Besonderen virulent geworden sind, aber auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass alternative Energien immer leichter verfügbar werden, hat Arval seine Gesamtbetriebskosten (TCO)-Kalkulation von Grund auf überprüft. Schon zuvor beinhaltete die Berechnungsmethode des Unternehmens ein Kraftstoffkostenelement und die einschlägigen Steuern. In Zukunft wird es jedoch auch die Möglichkeit geben, spezifische Fahrersegmente zu berücksichtigen. Gesamtfahrleistung sowie Fahrmuster und Standorte sind hier entscheidende Faktoren. Dies soll unsere Kunden in die Lage versetzen, eine ausgewogenere Wahl aus allen Fahrzeugtypen zu treffen.

 

Luftqualität und Zukunftsfähigkeit des Diesels

In den vergangenen 20 Jahren lag der umweltpolitische Schwerpunkt in erster Linie auf den Treibhausgasemissionen und speziell auf Kohlendioxid (CO2). So kam es, dass in Europa ungleiche „Spielregeln“ galten, die den Diesel bevorzugten. Der CO2-basierte Ansatz, der direkt an den effizienten Kraftstoffverbrauch gekoppelt ist, führte im Zusammenspiel mit dem weltweiten Anstieg von Kraftstoffpreisen zu einer erheblichen Zunahme des Marktanteils von Dieselfahrzeugen in Europa. Dies ging zu Lasten der Benziner.

In jüngster Zeit nahm das Bewusstsein für die Diskrepanzen zwischen den veralteten NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus)-Labortestwerten für Kraftstoffverbrauch, CO2 sowie Luftschadstoffe (insbesondere Stickoxiden – NOx) und den in Real-Life-Tests auf der Strasse gemessenen Werten zu. Die VW-Abgasaffäre im Jahr 2015 und die Erkenntnis, dass die Luftverschmutzung in den Innenstädten in Wahrheit nicht wie erwartet abgenommen hat, beschleunigte die Debatte über die Umweltfolgen verschiedener Kraftstoffarten, insbesondere von Dieselautos.

Vor diesem Hintergrund kündigten einige Staaten (wie z. B. Frankreich und Grossbritannien) an, den Verkauf neuer, konventioneller Benzin- und Dieselfahrzeuge bis 2040 einzustellen und in einer Reihe von Grossstädten Umweltzonen einzurichten. Unserer Ansicht nach werden Umweltzonen nicht zur Folge haben, dass alle Dieselfahrzeuge über Nacht verschwinden werden. Dies wird zunächst die älteren Generationen betreffen. Die negativen Auswirkungen auf Flotten werden sich somit in den nächsten Jahren in Grenzen halten, da Flottenfahrzeuge in der Regel neueren Datums sind.

Der NEFZ wurde durch den WLTP (Worldwide Harmonised Light Vehicle Test Procedure)-Standard und das RDE (Real Drive Emission)-Testverfahren ersetzt. Die bei diesen neuen Tests gewonnenen Emissionswerte sollen die realen Fahrbedingungen besser widerspiegeln. Eine Übergangsphase bis zum 1. Januar 2019 soll den Erstausrüstern (OEMs) und Regierungen ausreichend Zeit geben, um entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Die erhaltenen Werte hingegen sollen aus Sicht der Europäischen Kommission nicht direkt zu höheren Steuerbelastungen führen. Dabei ist heute bereits bekannt, dass es gegenüber den heutigen Werten zu Abweichungen von 20 % (in einzelnen Fällen bis zu 80 %) kommen wird.

Um die für 2021 gesetzten durchschnittlichen CO2-Reduktionsziele zu erreichen, haben alle etablierten OEMs ihre Strategien angepasst und neue Technologien eingeführt, in Kombination mit – und manchmal an Stelle von – Diesel- und sogar Benzintechnik. Viele dieser Strategien sehen jedoch weiterhin die Verwendung von Dieselfahrzeugen vor, von denen einige aufgerüstet und Hybrid-Versionen beinhalten werden. Hauptgrund hierfür ist, dass diese Strategien höhere Investitionen und Umsetzungszeiten erfordern. Höchstwahrscheinlich wird der Diesel nicht einfach von einem Tag auf den anderen verschwinden, da die Investitionskosten für alternative Kraftstoffe hoch sind und der Umstieg mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden ist. Stakeholder sollten dies berücksichtigen.

Auch wenn der Ruf des Diesels in der Öffentlichkeit zuletzt gelitten hat, ist zu bedenken, dass die Umstellung in den Firmenflotten zu einem grossen Teil in Richtung Benziner erfolgt ist, insbesondere im Bereich der kleineren Fahrzeugsegmente. Grund hierfür ist vor allem die Tatsache, dass in diesen Segmenten teureren Diesel-Angeboten der OEMs eine Absage erteilt wurde. Statt dessen fand aufgrund steuerlicher Anreize ein teilweiser Umstieg auf E-Fahrzeuge (insbesondere Hybrid und Plug-in-Hybrid) statt.

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass sich die Europäer allmählich vom Diesel abwenden. Mit der Zeit werden sich also auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt Angebot und Nachfrage angleichen müssen. Es ist davon auszugehen, dass die Restwerte von Dieselfahrzeugen zu Gunsten der verfügbaren Alternativen, insbesondere Benziner, Hybride (einschliesslich Plug-in-Hybride) und, in einem geringeren Umfang, vollelektrische Fahrzeuge, unter Druck geraten werden.

 

Mission und Ansatz von Arval

Die Mission von Arval besteht darin, Kunden, die besonders vom raschen Wandel im Bereich der gesetzlichen Regelungen und des Automobilbaus betroffen sind, bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen und sie bei technischen Entscheidungen, die kurz-, mittel- und langfristig sinnvoll sind, zu beraten. Innerbetriebliche Dienstwagenregelungen müssen bereits im kommenden Jahr angepasst werden. Auch wir haben bei unserem TCO-Modell diese neuen Dynamiken bereits berücksichtigt.

In unseren Gesprächen rund um das Thema TCO werden wir unsere Kunden ermutigen, ihre internen Fahrersegmente in die zu definierenden Kriterien aufzunehmen. Darüber hinaus sollen Unternehmen ihre Entscheidungen nicht nur zu Gunsten der Fahrer, sondern auch im Blick auf das Unternehmen und die Umwelt insgesamt treffen und durchzusetzen. Die Consulting-Teams von Arval können unsere Kunden bei ihrer Flottenprofilierung und beim Aufbau von Fahrzeug- und Mobilitätsregelungen, die diesen neuen Herausforderungen Rechnung tragen, unterstützen.

Das öffentliche Bewusstsein für den Klimawandel und die Umweltschäden durch Fahrzeuge hat in der letzten Zeit zugenommen. Daher ist Arval fest davon überzeugt, dass die Corporate Social Responsibility (CSR) mehr denn je auf der Agenda seiner Kunden stehen sollte. Wir möchten unsere Kunden nicht nur schnellstmöglich nach Bekanntwerden der Informationen aus den neuen Tests informieren. Unser Ziel ist es auch, ihnen neue Dienstleistungen wie etwa Arval Active Link anzubieten. Damit ist es möglich, das Fahrerverhalten besser zu messen, zu überwachen und zu beeinflussen und dadurch die tatsächlichen Umweltauswirkungen von Flotten zu minimieren.

Wie Sie im White Papier sehen werden, werden Dieselfahrzeuge in vielen Situationen aufgrund ihrer Kraftstoffeffizienz und der Tatsache, dass die OEMs entschlossene Massnahmen zur Minimierung der Umweltauswirkungen des Diesels ergreifen werden, weiterhin eine sehr sinnvolle Option bleiben. Nach und nach werden jedoch auch Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und sogar vollelektrische Fahrzeuge – neben Benzinern – gute Alternativen sein.

Hinzu kommt, dass wir es gegenwärtig mit einem politischen Umfeld zu tun haben, das sich in ständigem Wandel befindet. Der Inhalt des White Papers basiert somit auf den derzeit verfügbaren Informationen. Daher kann es sein, dass mache Inhalte dieses Dokuments entwicklungsbedingt revidiert werden müssen.