Fleet Barometer 2019

Arval Mobility Observatory präsentiert die Resultate des Fleet Barometer 2019:

Unternehmensflotten leisten Beitrag zur Energiewende

  • Schweizer Unternehmen arbeiten entschlossen an der Energiewende
  • Firmenflotten tendieren zunehmend zu alternativen Mobilitätslösungen wie Car-Sharing und Fahrgemeinschaften
  • Schweizer Unternehmen erwägen bereits umfassende Methoden des Mobilitätsmanagements wie etwa das Mobilitätsbudget
  • Der Schweizer Flottenmarkt hat im europäischen Vergleich noch hohes Wachstumspotenzial
     

Schweizer Unternehmen machen ihre Firmenflotten fit für die Energiewende. Diese zentrale Erkenntnis resultiert aus dem Fleet Barometer 2019, einer Studie, die seit 2002 jährlich von Arval, einer der führenden europäischen Spezialisten für Full-Service-Leasing und Flottenmanagement, durchgeführt wird. So haben bereits 23% der Schweizer Unternehmen mindestens ein E-Fahrzeug in ihrer Flotte; bei den Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden sind es sogar 56%. Zudem belegen Schweizer Unternehmen europaweit den ersten Platz beim Car-Sharing und den dritten Rang bei Fahrgemeinschaften. Bemerkenswerte 30% gehen sogar noch weiter und planen sogenannte Mobilitätsbudgets, also kombinierte Lösungen aus E-Fahrzeugen, ÖV und anderen Angeboten. Potenzial hat die Schweizer Wirtschaft jedoch immer noch im Full-Service-Leasing: Erst 7% aller Firmenfahrzeuge werden über dieses Modell finanziert.

Elektrifizierte Technologien im Ländervergleich

Schweizer Unternehmen arbeiten entschlossen an der Energiewende

Bereits 23 % der Schweizer Unternehmen haben ein elektrifiziertes Fahrzeug (vollelektrisch, Hybrid oder Plug-in Hybrid) in ihre Flotte integriert. Im Segment der grössten Unternehmen (500 Mitarbeitende oder mehr) liegt dieser Wert sogar bei 56 %. Wenn Unternehmen gefragt werden, wo sie sich selbst in drei Jahren sehen, ergeben sich noch deutlich höhere Werte:

  • Neben den 23 % der Unternehmen, die bereits elektrifizierte Fahrzeuge haben, überlegen weitere 22 % der Unternehmen, ihre Flotte entsprechend auszustatten. Potenziell werden also 45 % der Unternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre alternative Energien in ihre Flotten einbinden.
  • Bei Unternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitenden steigt dieser Wert auf 72 %.

Den Umstieg auf eine elektrifizierte Flotte planen die Schweizer Unternehmen, auch gemäss dem aktuellen Produktangebot im Markt, zu 32% mittels voll elektrischer Fahrzeuge, zu 30% mit Hybrid- und zu 19% mit Plug-in Hybrid-Fahrzeugen.

Anwendung von elektrifizierten Technologien in Schweizer Unternehmen

Starkes Engagement zur Senkung der CO2-Emissionen

Jedes zweite Unternehmen (51 %) führt Massnahmen zur Senkung der Flottenemissionswerte durch. Unter den grössten Unternehmen (500 Mitarbeitende oder mehr) steigt dieser Wert sogar auf 71 %. Diese Werte liegen im europäischen Durchschnitt, während die Besteuerung von Flottenfahrzeugen in der Schweiz wesentlich weniger auf CO2-Emissionen beruht als in anderen Ländern. Diese Situation ist daher umso bemerkenswerter.

Der nachhaltige Aspekt spiegelt sich in der Tatsache wider, dass die Schweizer Unternehmen neben den maximalen CO2-Emissionszielen im Rahmen ihrer Automobilpolitik auch die Feinstaub- und NOx-Emissionen (Stickoxide) begrenzen. 27 % der Schweizer Unternehmen gaben an, dass ihre Fahrzeugpolitik bereits von den Ergebnissen der neuen WLTP-Tests (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure, gesetzlich vorgeschriebenes Testverfahren für Kraftstoffverbrauch und Abgasgrenzwerte) beeinflusst worden ist. In den nächsten drei Jahren dürften mehr als die Hälfte (52 %) der Schweizer Unternehmen die Ergebnisse dieser Tests für ihre Fahrzeugpolitik anerkennen.

Auf die Frage, was sie tun würden, wenn die Automobilhersteller Dieselfahrzeuge mit den gleichen Schadstoff- und Feinstaubemissionen wie Benzinfahrzeuge anbieten könnten, gaben sie an, dass sie den Dieselanteil in ihren Flotten noch weiter reduzieren würden, sodass sie Fahrzeuge mit alternativen Energien in ihren Mix aufnehmen könnten.

Massnahmen zur Senkung der Flottenemissionswerte

Unternehmen tendieren zunehmend zu alternativen Mobilitätslösungen wie Car-Sharing und Fahrgemeinschaften

Schweizer Unternehmen befassen sich aktiv mit den vielfältigen Herausforderungen, welche die Mobilität an ihre Mitarbeitenden stellt:

  • Sie erkennen die Bedeutung von Firmenfahrzeugen für die Mobilität der Mitarbeitenden an und gehen weiterhin von einem Wachstum ihrer Flotten aus.
  • Sie setzen Firmenfahrzeuge nach wie vor als Element der Personalpolitik ein, um Talente auf allen Stufen für das Unternehmen zu gewinnen und zu binden. Der Anteil dieser Unternehmen war im vergangenen Jahr jedoch rückläufig.
  • Sie wollen die Mobilitäts-Umweltbilanz ihrer Mitarbeitenden optimieren.

Infolgedessen sind Schweizer Unternehmen gegenüber alternativen Mobilitätslösungen wie Fahrgemeinschaften und Car-Sharing – verbunden mit einer entsprechenden Verkleinerung des Fuhrparks – besonders positiv eingestellt.

  • Der Anteil der Unternehmen, die solche alternativen Mobilitätslösungen bereits implementiert haben oder implementieren wollen, ist in der Schweiz hoch (34 % respektive 36 %) und zeigt seit 2018 einen deutlichen Aufwärtstrend.
  • Die Schweiz ist den anderen europäischen Ländern weit voraus: Rang 1 von 12 beim Car-Sharing und 3 von 12 bei Fahrgemeinschaften – eine Verbesserung um jeweils fünf Plätze respektive einen Platz im Vergleich zu 2018.
  • Die grössten Unternehmen (500 oder mehr Mitarbeitende) sind Pioniere, denn diese Lösung ist bereits oder wird in den kommenden Jahren von 57 % respektive 52 % implementiert.
Car-Sharing im europäischen Vergleich

Schweizer Unternehmen erwägen bereits umfassende Methoden des Mobilitätsmanagements wie etwa das Mobilitätsbudget

30 % der Schweizer Unternehmen (+12 Punkte gegenüber dem europäischen Durchschnitt) haben oder planen umfassende Mobilitätsansätze wie das Mobilitätsbudget, ähnlich dem von den SBB lancierten Angebot SBB Green Class, bei welchem Arval als strategischer Partner agiert. Das Mobilitätsbudget ermöglicht es, den Mitarbeitenden innerhalb eines vorgegebenen Budgets nutzerzentrierte Mobilitätslösungen anzubieten. Neben dem Firmenwagen haben die Mitarbeitenden Zugang zu Lösungen wie Elektrofahrzeugen, Zügen, P+Rail-Parkplätzen und weiteren Dienstleistungen (Taxi, Kurzzeitmiete, öffentlicher Nahverkehr usw.).

  • 41 % (Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden) haben bereits Mobilitätsbudgets eingerichtet oder Interesse daran (+11 Punkte gegenüber 2018).
  • 21 % gaben an, dass solche Ansätze ihnen durchaus ermöglichen könnten, ihre Flottengrösse zu reduzieren, indem Fahrzeuge ersetzt werden, die zuvor individuell zugewiesen worden sind.

Der Schweizer Flottenmarkt hat im europäischen Vergleich noch grosses Wachstumspotenzial

Erst 7% der Schweizer Unternehmen finanzieren ihre Flotte durch Full-Service-Leasing; im Europäischen Durchschnitt sind es jedoch bereits 30%. Das entsprechende Wachstumspotential im Schweizer Markt teilt sich wie folgt auf:

  • Firmen unter 10 Mitarbeitende: CH 6% vs. EU 13%
  • Firmen zwischen 10-99 Mitarbeitende: CH 4% vs. EU 22%
  • Firmen zwischen 100-499 Mitarbeitende: CH 10% vs. EU 41%
  • Firmen über 500 Mitarbeitende: CH 11% vs. EU 52%

 

 

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